⟨/⟩ AT Protocol Record Source
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  "publishedAt": "2026-06-06T07:30:00.000Z",
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    "Computer Accessories",
    "Google Glass",
    "Project Aura",
    "Project Glass ihr Debüt"
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  "textContent": "Mehr als ein Jahrzehnt, nachdem Google mit der anfangs spektakulären Datenbrille Google Glass einen Misserfolg verbuchen musste, wagt der Konzern nun einen neuen Anlauf. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Welt der neuen KI-Brille aufgeschlossener gegenüberstehen wird. Es ist einfach zu beeindruckend, was Googles KI Gemini leisten kann, wenn man sie sich direkt ins Ohr steckt.\n\nAuf der Google I/O-Konferenz hatte ich endlich die Gelegenheit, eine Prototyp-Version von Googles XR-Brille auszuprobieren. Google steht mit seinen neuerlichen Plänen nicht allein da: Zusammen mit Xreal stellte Google Project Aura vor. Dabei handelt es sich um eine tragbare XR-Brille, die bereits im vergangenen Jahr gezeigt wurde. Gemeinsam mit Warby Parker und Gentle Monster entwickelt Google zudem eine vernetzte Brille.\n\nDiese soll zunächst auf einen Audio-Modus beschränkt sein und später um ein kleines Head-up-Display am Rande Ihres Sichtfelds erweitert werden.\n\nIch habe einen von Samsung hergestellten Google-Prototyp ausprobiert, der Elemente der Technologien von Warby Parker und Gentle Monster nutzt. Es handelt sich dabei nicht um ein fertiges Produkt, sondern um eine Demonstration dessen, was Google mit seinem neuen Ansatz für vernetzte Brillen erreichen möchte.\n\nOffen gestanden wirkt das Ergebnis noch immer etwas unwirklich. Googles erste vernetzte Brille feierte 2012 als Project Glass ihr Debüt. Interessanterweise unterscheidet sich der damalige Ansatz gar nicht so stark von dem, was der Konzern mehr als ein Jahrzehnt später auf der I/O 2026 vorgestellt hat.\n\nGanz rechts sehen Sie die Aussparung für die Kamera.\n\nMark Hachman / Foundry\n\nDer größte Unterschied besteht wohl darin, dass sich die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Smart-Brillen komplett gewandelt hat. Vor einem Jahrzehnt wurden Google-Glass-Träger noch als „Glassholes“ verspottet.\n\nDies galt insbesondere für diejenigen Nutzer, die mit der nach außen gerichteten Kamera der Brille Videos aufnahmen. Interessanterweise werden derartige vernetzte Geräte mittlerweile von der Gesellschaft eher akzeptiert. Es gibt zwar noch immer Berichte von Trägern, die die kleine LED, die eine Aufnahme anzeigen soll, deaktivieren. Und mein Kollege trägt im Büro ebenfalls eine solche Brille. Die Möglichkeit der Aufzeichnung eines Gesprächs beunruhigt mich auch weiterhin.\n\nGenau diese Aufnahmefunktion ist nach wie vor in Googles Prototyp integriert. Ob es auch weiterhin eine solche LED geben wird, bleibt jedoch unklar. Fest steht jedoch, dass eine Google-Brille mit KI-Assistent auch in der heutigen Welt noch eine praktische Hilfe sein könnte.\n\nDas Head-up-Display wird in diesem kleinen integrierten Anzeigefenster erscheinen.\n\nMark Hachman / Foundry\n\n## Googles KI-Brille ist überraschend leicht\n\nGoogle hat mir keine Rückfragen zur Hardware beantwortet. Ich weiß also wenig über die technischen Daten, die Akkulaufzeit, die Funktionen des Displays, der Kamera und so weiter. Und um ehrlich zu sein, hat mich das auch gar nicht so sehr interessiert. Die Brille ist im Grunde nur eine Möglichkeit, um Google Gemini direkt vor den eigenen Augen zu verwenden. Langfristig könnte dieses Gadget sogar Ihr Smartphone überflüssig machen.\n\nAuf der Nasenspitze fühlte sich die neue KI-Brille sehr normal an. Das zusätzliche Gewicht im Vergleich zu einer normalen Brille ist mir nicht aufgefallen. Auch sonst deutet kaum etwas darauf hin, dass man nicht nur eine beliebige Sonnenbrille tragen würde.\n\nNur ein kleiner Kreis auf der Vorderseite verrät die Anwesenheit einer Kamera. Am rechten Rahmen gibt es zudem einen kleinen Knopf zum Aufnehmen eines Fotos. Auf dem rechten Bügel findet sich hingegen eine berührungsempfindliche Fläche, die Wischgesten erkennt und auf Wunsch Gemini aktivieren kann. Außerdem lässt sich mit dem Feld die Lautstärke der kleinen, integrierten Lautsprecher regeln. In dem belebten Raum, in dem die Brille vorgeführt wurde, erschienen mir diese allerdings etwas zu leise.\n\nAuf der rechten Seite befindet sich ein Knopf und eine Touch-Steuerung.\n\nMark Hachman / Foundry\n\nMeiner Meinung nach sprechen all diese Funktionen für das neue Produkt von Google. Gemini steht zwar jederzeit zur Verfügung. Ich habe es jedoch geschätzt, dass die KI im Hintergrund abwartet, bis ich sie brauche.\n\n## Was kann Gemini in einer vernetzten Brille leisten?\n\nGemini erfüllt auch in der KI-Brille seine „traditionelle“ Rolle. So dient die KI als eine Art Suchmaschine, wenn Sie beispielsweise Ratatouille zubereiten wollen. Sie können Songs von Spotify abspielen oder eine Erinnerung hinzufügen, um mit der Katze zum Tierarzt zu fahren.\n\nAber die Brille soll Gemini auch einen Blick in die Welt des Trägers erlauben: Ein Konzertplakat führt zu den passenden Tickets und Weinempfehlungen werden direkt zum gerade zubereiteten Gericht getroffen. All dies wird über die Lautsprecher direkt an Ihre Ohren weitergeleitet.\n\nZusammengenommen führt es zu einem höheren Maß an Komfort. Die Brille arbeitet nicht eigenständig. Stattdessen werden WLAN oder Mobilfunkdaten vom Smartphone angezapft, um Informationen aufzurufen. Sie könnten genauso gut Ihr Smartphone aus der Tasche holen und ein Foto von einem Rezept machen. Die Brille erspart Ihnen aber die Mühe, Ihr Smartphone in die Hand zu nehmen, es zu entsperren, die passende App zu öffnen und so weiter.\n\nAktuell ist die Bedienoberfläche noch sehr minimalistisch gestaltet.\n\nMark Hachman / Foundry\n\nMir wurde übrigens versichert, dass keine Gesichtserkennung in der KI-Brille von Google integriert ist. Ich habe gezielt danach gefragt.\n\nWas mir generell aufgefallen ist: Ein Teil der KI-Integration wirkt aktuell noch sehr aufgesetzt. Will ich wirklich ein Foto mit der Brille machen und es dann in einen Anime umwandeln? Eigentlich nicht. Aber es wäre möglich. Das Ergebnis können Sie sich wahlweise an Ihr Smartphone oder eine verbundene Smartwatch senden lassen.\n\nDas Heads-up-Display (HUD) der Brille ist ebenfalls noch recht einfach gehalten. Das ist für mich aber okay. Ich gehe ohnehin davon aus, dass die meisten Menschen das HUD am häufigsten für Erinnerungen oder als einfache Navigationshilfe nutzen werden. Das klappt allerdings noch nicht so gut. Denn obwohl ich mich in einem großen Gebäudekomplex verlaufen hatte, schien mir die Kartenfunktion lediglich eine Übersichtskarte meiner Umgebung anzuzeigen.\n\nIch hätte mir stattdessen lieber Schritt-für-Schritt-Anweisungen wie „in 100 Metern links abbiegen“ gewünscht. Das wäre gerade für die Orientierung an Orten wie einem Flughafen, einem Universitätscampus oder einem Museum sinnvoller.\n\nUnd grundlegende Bedenken hinsichtlich der Hardware werden wohl auch weiterhin bestehen bleiben. Dies gilt auch für die Akkulaufzeit. Außerdem frage ich mich, was ich mir von einem HUD wünschen würde. Wahrscheinlich wäre mir wichtig, dass mich das Gadget nicht zu sehr ablenkt. Derzeit muss ich Gemini noch durch Tippen und Halten der Taste an der Brille aktivieren. Für das finale Produkt soll hingegen ein einfacher Zuruf wie „Hey Google“ genügen.\n\nDie Kartensoftware soll sich je nach Blickwinkel der Brille verändern. Das muss Google aber noch verbessern.\n\nMark Hachman / Foundry\n\nAuch beim Thema Datenschutz habe ich noch große Bedenken. Es ist sicherlich nützlich, dass es zur Aktivierung ein offensichtliches Signal wie das Antippen oder ein Aktivierungswort benötigt. Es wäre mir dennoch unwohl dabei, mitten in einem vertraulichen Gespräch unvermittelt Gemini für eine Erinnerung zu aktivieren. Die neue Brille von Google dürfte die Gesellschaft also auch weiterhin polarisieren.\n\nInteressanterweise würde ich mir sogar wünschen, dass eine mit KI verbundene Brille eine noch aktivere Rolle übernehmen würde. Über Audioguides kann ich beispielsweise im Museum viel über die ausgestellten Exponate erfahren. Aber stellen Sie sich vor, eine KI würde Ihnen noch mehr zur Geschichte eines Gemäldes zu erzählen, wenn sie bemerkt hat, dass Sie ein bestimmtes Bild länger anschauen. Hier gibt es definitiv noch viel Spielraum für die Zukunft.\n\nAber als generelle Hilfe im Alltag? Hier fühlt sich die Gemini-Brille von Google tatsächlich nützlich an. Ich bin gespannt, wohin die Reise dieses Mal gehen wird.",
  "title": "Ich habe Googles KI-Brille ausprobiert – sie ist das, was Google Glass immer sein wollte"
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